Unmittelbar nach 9/11 war ich zur Gast bei einer Bat Mitzwa, wo die junge Dame die beiden Texten, die an den Tagen von Rosch HaSchana gelesen werden, verglich. Sie nannte das die „Nicht-Opferung von Abrahams Kinder“ und stellte fest, dass die Mischna uns lehrt, dass Itzak deswegen nicht geopfert wurde, weil die Engel geweint haben, und fragte uns, wer nun weinen würde für die Kinder, die heute geopfert werden. Ich erkannte sofort, dass sie das Ziel getroffen hat und bekam die Erlaubnis, ihre Auslegung als Grundlage für meinem Projekt zu verwenden.
Weitere Bilder für diese Lösung fand ich:
- In dem Gandhi Film
- Sowie in einem späten Film von Simone Signoret
So begann ein langer Prozess:
- Erster Schritt: die Erschaffung der Puppen für diese erste Nicht-Opferungs-Geschichte
- Zu der Zeit war ich so krank, dass ich nur zwanzig Minuten am Tag Zeitungen für Pappmaché zerreißen konnte. Aber die ersten Puppen gelangen: Man sah sofort, welches Kind welcher Mutter entstammte.
- Ich nahm das als Zeichen, dass meine Hand geleitet wird, und machte weiter.
- Als nächster Schritt, stellte ich den Puppen meiner Gemeinde vor:
- Wir spielten Esther zu Purim, zu zweit, mitsamt ein Bühnenbild aus einem Foto vom Babylonischem Tor im Museum.
- Und wir spielten Joseph an den beiden Schabbatot, die in der Chanuka-Zeit fielen, an denen Joseph gelesen wird. Wir begannen ein System zu entwickeln, bei dem ein Leser (ich) die Zusammenhänge vortrug und die Kinder die Sprechrollen verkörperten.
Und wir erlebte, wie stark die Wirkung war, und wie die Eltern ins Gespräch mit ihren Kindern darüber kamen. - War die Deutung bei Joseph, er sei ein Zaddik gewesen und ein Zaddik sei das Licht in der Welt, so benutzen wir bei Esther sieben kleine Stabpuppen, um Esthers sieben Dienerinnen darzustellen, die ihr an unterschiedlichen Tagen dienten, um zu klären, wie Esther vom Anfang an es sich so eingerichtet hat, dass sie wusste, wann Schabbat sei, und niemand erkennen würde, dass sie an diesem Tag nicht arbeite. Nüsse und Trockenobst wurde serviert, um daran zu erinnern, wie sie angeblich Kaschrut hat halten können.
- So wussten wir,
- Wie das Puppenspiel ankam
Aber später haben wir auch andere Spielmethoden herausgefunden. Esther habe ich auf dem Schoß gespielt, die Puppen direkt aus dem Koffer holend, sowie in der Gemeinschaft, wo die Puppen verteilt wurden (s.: )Daraus entstand die Absicht und Notwendigkeit, die Eltern zu involvieren. - Ferner entstand der Drasch, das jedes Spiel verkörpern soll. Es funktioniert wie ein „advanced organizer“, auch wenn es erst am Schluss erklärt wird. Es sollten auch die Eltern etwas von der Darstellung mitnehmen.
- Wie das Puppenspiel ankam
- Dann begann die Auseinandersetzung mit dem Lehrplan der Schule und die Suche nach Lücken im System.
- Als Allererste und Dringlichste waren die Kitas.Begründung:
-
-
- Ich wusste, dass Kinder ihre erste politische Einstellung im Vorschulalter gewinnen. Also war die Kita angesagt. Ferner, in der Kita sind die Eltern eher erreichbar, und ein zweites Ziel war es, sie zu involvieren.
- Aber man konnte nicht einfach in den Kitas reinplatzen mit einer Geschichte für einer Teilgruppe.
Diese Geschichte hat ihren ritualen Platz beim Eid, wo statt dem Kinde ein Tier geopfert wird, während das Kind neue Kleider und eine Geldsumme bekommt. Ich habe nie erlebt, dass ein Kind, dem man darauf aufmerksam macht, sich nicht sofort entspannt, denn die Erkenntnis deutet daraufhin, dass dieser Gott kein Kindesopferung braucht, das war Sache der Götzen. - So entstanden anderen Einheiten entlang den Festen, die das Kind in seiner Umgebung erlebt. Und somit lernt man einander kennen.
- Schätzen lernt man (vor allem die Eltern) den Anderen, wenn hinter dem Fest eine spirituelle Erfahrung hervorgehoben wird, die vom Fest evoziert werden soll. Und dies ist es, die spirituelle Erfahrung, die bei den Festen der Anderen ebenfalls auftritt, wenn auch in anderer Form und mehr oder weniger im Vordergrund, das zu einem tiefen Respekt führt.
-
Das Wesentliche an diesem Prozess ist die Entspannnung, die dann entsteht, wenn der Mitglied einer Gruppe sich verstanden fühlt. Es ist eine kaum wahrnehmbare Aufrichtung des Kopfs und der Schültern, und damit kann man sich in den Augen schauen.